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Thema: selbstverständlich

29. Januar 2020

Spiegelungen

Spiegel sind nützlich. Ich stehe v.a. beim Rasieren länger vor dem Spiegel, manchmal mit und manchmal ohne Brille. Was junge Leute ohne Sehschwäche in meinem Gesicht sehen, wenn ich vor oder neben ihnen stehe, entgeht mir völlig, wenn ich mich nicht dann und wann etwas genauer im Spiegel anschaue. Da merke ich einiges, was mir sonst kaum bewusst ist: allerlei eigenwillige Härchen, Makel, Anzeichen meines Älterwerdens, und auch die Badges, die ich trage. Wenn ich mich dem Alltag zuwende, vergesse ich schnell, was mir mein Spiegel offenbarte. So ist es auch im übertragenen Sinne (vgl. Jak 1,23f). Inwiefern weicht unser Selbstbild von dem ab, was andere an uns zu sehen und zu spüren bekommen? Zwischendurch tut es gut, wenn uns ein Spiegel vorgehalten wird.

Die neue Predigtreihe befasst sich mit unserem Selbstverständnis als Christinnen und Christen. Wir mögen uns etwa als ‚Gläubige‘ oder ‚Erlöste‘ begreifen. Aber was heisst das eigentlich? Sind wir es wirklich? Da können wir überprüfen, ob alles, was wir für selbst-verständlich nehmen, wirklich so ist.